Ein Überbiss, auch als Distalbiss bezeichnet, ist eine Zahn- und Kieferfehlstellung, bei der die oberen Frontzähne im Verhältnis zu den unteren Frontzähnen zu weit nach vorne stehen. Eine frühe Diagnose verbessert den kieferorthopädischen Behandlungserfolg.

Ein unbehandelter Überbiss führt häufig zu ästhetischen Beeinträchtigungen und geht mit einem erhöhten Kariesrisiko einher. Zudem beeinträchtigen behandlungsbedürftige Überbisse die Kaufunktion und die Lautbildung.

Bei Verdacht auf einen Überbiss erfolgt in der kieferorthopädischen Praxis Adami & Uhse in Darmstadt eine präzise Diagnostik mit anschließender individueller Beratung zu geeigneten Behandlungsoptionen. Unsere kieferorthopädische Praxis setzt auf moderne, schonende und schmerzarme Therapiekonzepte zur gezielten Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen wie dem Überbiss.

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Diese Seite definiert den Begriff Überbiss und zeigt die verschiedenen Arten der Fehlstellung. Neben den möglichen Behandlungs- und Korrekturmaßnahmen werden die damit verbundenen Kosten erläutert.

Was ist ein Überbiss?

Ein Überbiss ist eine Zahn- und Kieferfehlstellung, bei der das Lageverhältnis der oberen zu den unteren Frontzähnen deutlich verschoben ist. Ein Überbiss entsteht, wenn der Oberkiefer im Verhältnis zum Unterkiefer zu weit vorne steht, der Unterkiefer zu weit hinten liegt oder beide Faktoren gemeinsam vorliegen.

Der Begriff Überbiss bezeichnet das Verhältnis der Position der Oberkieferfrontzähne zu den Unterkieferfrontzähnen. Ein leichter Überbiss ist physiologisch und gehört zu einem gesunden Gebiss. Normalerweise stehen die oberen Schneidezähne bei jedem Menschen etwa zwei Millimeter vor den unteren Zähnen und überdecken diese leicht. Liegt der Abstand zwischen oberen und unteren Schneidezähnen außerhalb des Normbereichs, handelt es sich um einen Überbiss im Sinne einer Zahn- oder Kieferfehlstellung.

In der Zahnmedizin wird ein ausgeprägter Überbiss der Angle-Klasse II zugeordnet. Die Angle-Klasse I bezeichnet einen sogenannten Neutralbiss. Die Angle-Klassifikation dient der systematischen Einteilung von Zahn- und Kieferfehlstellungen und bildet eine wichtige Grundlage für die kieferorthopädische Diagnostik und Therapieplanung.

Bei der Entstehung eines Überbisses unterscheidet man zwischen dentalen und skelettalen Faktoren. Ein dentaler Überbiss entsteht durch eine Fehlstellung der Zähne, bei der die Stellung oder Achse der Schneidezähne von der Norm abweicht, obwohl die Kieferlage unauffällig ist. Ein skelettaler Überbiss beruht auf einer Fehlentwicklung der Kieferknochen. Bei einem skelettalen Überbiss steht entweder der Oberkiefer zu weit vorne, der Unterkiefer zu weit hinten oder beide Faktoren treten gemeinsam auf.

Ein Überbiss ist häufig genetisch bedingt. Die Größe, Form und Wachstumsrichtung von Kiefern und Zähnen sind erblich geprägt. Liegt bei den Eltern eine Angle-Klasse II vor, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder ebenfalls einen Überbiss entwickeln. Weitere Risikofaktoren für die Entstehung eines Überbisses sind Zahnengstände, frühzeitiger Zahnverlust im Kindesalter und fehlende zahnärztliche Kontrollen. Seltener sind Erkrankungen Ursache eines ausgeprägten Distalbisses.

Einen weiteren wichtigen Einfluss auf die Entwicklung eines Überbisses haben frühkindliche Gewohnheiten. Langes Daumenlutschen, ausgedehntes Nuckeln am Schnuller oder an der Trinkflasche üben dauerhaft Druck auf Zähne und Kiefer aus. Die oberen Frontzähne werden nach vorne verlagert und das Kieferwachstum ungünstig beeinflusst. Die Entwicklung eines Überbisses wird auch von funktionellen Faktoren beeinflusst. Ein persistierendes frühkindliches Schluckmuster, bei dem die Zunge beim Schlucken gegen die Oberkieferfrontzähne drückt, begünstigt die Entwicklung eines Überbisses.

Im Bereich der Kieferorthopädie wird zwischen verschiedenen Formen des Überbisses unterschieden.

Welche Überbiss Arten gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten des Überbisses, die sich in der Richtung der Abweichung unterscheiden. Der Overjet beschreibt den horizontalen Überbiss. Der Overbite bezeichnet den vertikalen Überbiss. Beide Formen können einzeln oder kombiniert auftreten.

Die verschiedenen Arten des Überbisses werden im Folgenden näher beschrieben.

1. Overjet - der horizontale Überbiss

Der Overjet, auch sagittaler oder horizontaler Überbiss genannt, beschreibt den Abstand zwischen den Schneidekanten der oberen und unteren mittleren Schneidezähne. Für die Beurteilung und Einordnung des Overjets ist der größte gemessene Abstand maßgeblich.

Stehen die oberen Frontzähne vor den unteren, liegt ein positiver Overjet vor. Treffen die Schneidekanten direkt aufeinander, beträgt der Overjet 0 mm. Befinden sich die unteren Frontzähne weiter vorne als die oberen, spricht man von einem negativen Overjet, der als Unterbiss bezeichnet wird. Ein vergrößerter Overjet zeigt sich häufig durch eine deutlich sichtbare Frontzahnstufe. Im Normalgebiss beträgt dieser Abstand etwa 2 mm.

2. Overbite - der vertikale Überbiss

Der vertikale Überbiss beschreibt, in welchem Ausmaß die oberen Frontzähne die unteren Frontzähne überdecken. Der Abstand der Schneidekanten wird in Millimetern gemessen, um das Ausmaß der vertikalen Überdeckung zu bestimmen.

Bei einem Overbite von 0 mm treffen die Schneidekanten direkt aufeinander. Besteht kein Kontakt zwischen den Schneidezähnen, liegt ein frontal offener Biss vor. Überdecken die oberen Frontzähne die unteren deutlich, spricht man von einem Tiefbiss. Sind die unteren Frontzähne vollständig von den oberen bedeckt, handelt es sich um einen Deckbiss, der eine Sonderform des vertikalen Überbisses darstellt.

3. Kombinierter Überbiss

Eine kombinierte Überbissform liegt vor, wenn sowohl der horizontale als auch der vertikale Überbiss außerhalb des Normbereichs liegen. Eine Sonderform stellt der Kopfbiss dar.

ei der Fehlstellung liegen sowohl der Overjet als auch der Overbite bei 0 mm, sodass die Schneidezähne Kante auf Kante aufeinandertreffen.

Wie viel Überbiss ist normal?

Ein Überbiss von 2 bis 4 mm ist normal. Jeder Mensch hat einen leichten Überbiss. Eine geringfügige Überdeckung der unteren Frontzähne durch die oberen ist physiologisch. Ein Überbiss von 2 bis 4 mm hat meist keine negativen Auswirkungen und eine kieferorthopädische Behandlung ist nicht erforderlich.

Ab einem bestimmten Schweregrad wird ein Überbiss behandlungsbedürftig.

Wann sollte ein Überbiss behandelt werden?

Ein Überbiss sollte behandelt werden, wenn er den physiologischen Normbereich von 4 mm überschreitet oder zu funktionellen, gesundheitlichen und ästhetischen Beeinträchtigungen führt.

Ein Überbiss (Overjet) gilt ab 6 mm, gemessen als Abstand zwischen den Schneidekanten der oberen und unteren Frontzähne, als behandlungsbedürftig. Nach den kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) entspricht ein Overjet ab 6 mm mindestens KIG-Stufe 3 und erfüllt die Kriterien für eine medizinisch notwendige kieferorthopädische Behandlung.

Ein Overjet von 6 bis 8 mm wird als mäßig ausgeprägt eingestuft und ist häufig mit funktionellen Einschränkungen, einem erhöhten Risiko für Frontzahntraumata sowie ästhetischen Beeinträchtigungen verbunden. Ein Overjet von 9 mm oder mehr gilt als schwer ausgeprägt. In dieser Ausprägung bestehen in der Regel deutliche funktionelle Beeinträchtigungen und gesundheitliche Risiken. Eine kieferorthopädische Behandlung ist zwingend erforderlich, in ausgeprägten Fällen auch in Kombination mit kieferchirurgischen Maßnahmen.

Ab einem Überbiss von 11 mm liegt ein sehr schwerer Überbiss vor. Starke funktionelle Beeinträchtigungen und ausgeprägte Kieferfehlstellungen machen in der Regel eine kombinierte kieferorthopädisch-chirurgische Behandlung erforderlich.

Ein unbehandelter Überbiss hat verschiedene Folgen.

Was passiert, wenn ein Überbiss unbehandelt bleibt?

Wenn ein Überbiss unbehandelt bleibt, entstehen funktionelle Probleme beim Kauen und Fehlbelastungen der Kiefergelenke mit Verspannungen. Weitere Folgen eines unbehandelten Überbisses sind erhöhter Zahnabrieb, ein gesteigertes Kariesrisiko, Frontzahnverletzungen, Sprachstörungen und ästhetische Einschränkungen.

Die folgende Liste zeigt, was passiert, wenn ein Überbiss unbehandelt bleibt.

  • Funktionelle Einschränkungen: Ein Überbiss führt beim Kauen und Abbeißen zu funktionellen Einschränkungen, da die Zähne nicht harmonisch ineinandergreifen. Das Abbeißen und Kauen wird durch einen Überbiss erschwert oder ist mit Schmerzen verbunden, da die Frontzähne und Seitenzähne nicht korrekt belastet werden.
  • Fehlbelastung der Kiefergelenke: Ein Überbiss führt zu ungünstigen Belastungen der Kiefergelenke, die Kiefergelenkschmerzen, Gelenkknacken und Bewegungseinschränkungen verursachen und eine craniomandibuläre Dysfunktion begünstigen. Begleitend treten bei einem Überbiss häufig Muskelverspannungen im Kiefer-, Nacken- und Schulterbereich auf.
  • Erhöhte Abnutzung der Zähne: Ein Überbiss führt zu einer ungleichmäßigen Belastung der Zähne und zu einem vermehrten Zahnabrieb. Bei einem ausgeprägten Überbiss berühren die unteren Schneidezähne beim Zusammenbeißen das Zahnfleisch hinter den oberen Frontzähnen. Reizungen und Verletzungen, die einen Zahnfleischrückgang begünstigen, sind die Folge.
  • Erhöhtes Karies- und Verfärbungsrisiko: Ein beeinträchtigter Mundschluss aufgrund eines Überbisses reduziert die natürliche Selbstreinigung der Zähne durch Speichel. Bestimmte Zahnbereiche werden schlechter umspült, was Karies, Zahnverfärbungen und Zahnfleischerkrankungen begünstigt.
  • Erhöhtes Risiko für Frontzahnverletzungen: Durch den Überbiss sind die vorstehenden Frontzähne bei Stürzen oder Stößen weniger geschützt. Das Risiko für Zahnfrakturen und Zahnverlust ist bei einem Überbiss deutlich erhöht.
  • Sprachstörungen: Ein Überbiss kann die Lautbildung beeinträchtigen, da das Zusammenspiel von Zähnen, Zunge, Lippen und Gaumen gestört ist. Patienten mit Überbiss neigen zu Lispeln oder anderen Sprachproblemen.
  • Ästhetische Veränderungen des Gesichts: Ein Überbiss verändert das Gesichtsprofil. Typische Merkmale bei einem Überbiss sind vorstehende Frontzähne, ein zurückliegendes oder “fliehendes” Kinn und eine auffällige Frontzahnstellung.
  • Psychische Belastung: Ästhetische Einschränkungen infolge eines Überbisses gehen häufig mit Schamgefühlen, sozialem Rückzug und einem verminderten Selbstwertgefühl einher.

Je länger ein starker Überbiss unbehandelt bleibt, desto höher ist das Risiko für Folgeschäden. Die Behandlung eines Überbisses verläuft unterschiedlich.

Wie wird ein Überbiss behandelt?

Ein Überbiss wird nach einer umfassenden Diagnostik in der Regel mit kieferorthopädischen Apparaturen behandelt. Die Überbiss-Behandlung richtet sich nach Ausmaß, Ursache und Alter des Patienten. Bei einem schweren skelettalen Überbiss ist eine kieferchirurgische Operation erforderlich.

Die Behandlung eines Überbisses beginnt mit einer umfassenden kieferorthopädischen Diagnostik. In der kieferorthopädischen Anamnese werden frühere zahnmedizinische Behandlungen, bestehende Beschwerden, funktionelle Auffälligkeiten und mögliche Einflussfaktoren wie Gewohnheiten oder familiäre Vorbelastungen systematisch erfasst. Zur weiterführenden Befunderhebung werden Abformungen, Röntgenaufnahmen oder ein digitaler Intraoralscan erstellt. Ziel der Diagnostik ist die Abgrenzung zwischen einer dentalen Zahnfehlstellung und einer skelettalen Kieferfehlstellung.

Im Falle einer gesicherten Überbiss-Diagnose wird auf Basis der diagnostischen Befunde ein individueller Behandlungsplan zur Korrektur der Fehlstellung erstellt. Bei der Auswahl einer geeigneten Behandlung eines Überbisses sind der Schweregrad, die Ursache und das Alter des Patienten ausschlaggebend. Eine frühzeitige Behandlung, insbesondere im Kindesalter, ist von Vorteil, da das natürliche Kieferwachstum therapeutisch genutzt werden kann.

Im Folgenden werden die Unterschiede in der Behandlung eines Überbisses bei Erwachsenen und Kindern erläutert.

Wie wird ein Überbiss bei Erwachsenen behandelt?

Ein Überbiss wird bei Erwachsenen mithilfe von Zahnbewegungen, die mit einer festen Zahnspange durchgeführt werden, oder durch chirurgische Maßnahmen behandelt. Bei Erwachsenen ist das Kieferwachstum bereits abgeschlossen. Eine Behandlung über Wachstumslenkung ist nicht mehr möglich.

Bei leichten bis mittelgradigen Fehlstellungen bei Erwachsenen wird die Behandlung mithilfe einer festsitzenden Zahnspange durchgeführt. In sehr einfachen Fällen kommen transparente Aligner zum Einsatz. Eine feste Zahnspange ermöglicht kontrollierte Zahnbewegungen und gleicht einen Überbiss auf Zahnebene aus. Die Verwendung von intermaxillären Gummizügen zielt darauf ab, die Verzahnung zwischen Ober- und Unterkiefer bei Erwachsenen zu optimieren.

Liegt bei Erwachsenen mit Überbiss ein Platzmangel im Mund vor oder ist eine Reduktion der Frontzahnstufe erforderlich, kann eine Zahnentfernung eine sinnvolle Behandlungsmaßnahme darstellen. Die Frontzähne werden durch den geschaffenen Platz nach hinten bewegt und der Überbiss wird ästhetisch und funktionell korrigiert.

Bei Erwachsenen mit stark ausgeprägtem Überbiss skelettaler Ursache ist eine rein kieferorthopädische Behandlung nicht ausreichend. In diesen Fällen erfolgt eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie. Bei der Überbiss-Operation werden die Zähne in die richtige Position gebracht und der Kiefer chirurgisch korrigiert.

Im Vergleich zu Kindern ist die Behandlungsdauer bei Erwachsenen häufig verlängert, da kein aktives Kieferwachstum mehr zur Unterstützung der kieferorthopädischen Therapie zur Verfügung steht.

Wie wird ein Überbiss bei Kindern behandelt?

Ein Überbiss wird bei Kindern durch die gezielte Steuerung des Kieferwachstums mittels kieferorthopädischer Maßnahmen wie funktionskieferorthopädischen Geräten, herausnehmbaren Zahnspangen und festsitzenden Apparaturen korrigiert.

Ein Überbiss lässt sich bei Kindern einfacher korrigieren als bei Erwachsenen, da sich ihre Zähne und Kiefer noch im Wachstum befinden.
Bei genetisch bedingten Überbissen kommen häufig herausnehmbare funktionskieferorthopädische Geräte zum Einsatz. Die Funktionskieferorthopädie beeinflusst das Wachstum von Ober- und Unterkiefer bei Kindern und hilft dabei, Fehlentwicklungen wie Überbisse frühzeitig zu korrigieren oder abzumildern.

Wenn der Überbiss bei Kindern durch Gewohnheiten wie Daumenlutschen, Schnullergebrauch oder ein falsches Schluckmuster verursacht wird, ist es zunächst wichtig, diese Gewohnheiten abzustellen. Herausnehmbare Zahnspangen werden unterstützend eingesetzt. Bei anhaltendem Zungenstoßen ist eine logopädische Therapie sinnvoll.

In vielen Fällen wird die Frühbehandlung eines Überbisses bei Kindern im Anschluss durch eine zweite Behandlungsphase mit einer festsitzenden Zahnspange ergänzt. Die Zähne werden mithilfe von Brackets und Drahtbögen präzise ausgerichtet. Die Gummizüge der festen Zahnspange beeinflussen bei Kindern die Kieferrelation.

Die Behandlung bei Kindern nutzt das natürliche Wachstum und verläuft meist schneller als bei Erwachsenen.

Es stehen unterschiedliche Verfahren zur Korrektur eines Überbisses zur Verfügung.

Wie kann man einen Überbiss korrigieren?

Einen Überbiss kann man je nach Ausprägung und Ursache durch feste oder herausnehmbare Zahnspangen korrigieren. Im Kindesalter ist das Abstellen ungünstiger Gewohnheiten, sogenannter Habits, wichtig. Bei schweren Fehlstellungen ist eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erforderlich.

Die folgenden Punkte zeigen, welche Maßnahmen zur Korrektur eines Überbisses eingesetzt werden.

  • Feste Zahnspange: Die häufigste Methode zur Korrektur eines Überbisses ist eine kieferorthopädische Behandlung mit einer festen Zahnspange. Feste Zahnspangen bestehen aus Brackets und Drahtbögen, die dauerhaft auf den Zähnen befestigt sind und kontinuierlich Druck ausüben. Auch ausgeprägte dentale Überbisse lassen sich mit einer festen Zahnspange korrigieren.
  • Herausnehmbare Zahnspangen: Herausnehmbare Zahnspangen kommen vor allem im Kindes- und Jugendalter bei Überbissen zum Einsatz. Insbesondere funktionskieferorthopädische Apparaturen nutzen das noch vorhandene Kieferwachstum, um die Lage von Ober- und Unterkiefer zu beeinflussen und einen Überbiss zu korrigieren oder dessen Ausprägung deutlich zu reduzieren. Für Erwachsene eignen sich funktionskieferorthopädische Apparaturen nicht, da das natürliche Kieferwachstum abgeschlossen ist.

  • Aligner Zahnschienen: Aligner sind transparente, individuell angefertigte Zahnschienen aus Kunststoff, die schrittweise Zahnbewegungen ermöglichen. Sie kommen bei Erwachsenen mit leichten Überbissen zum Einsatz, da sie ausschließlich auf Zahnebene wirken und das Kieferwachstum nicht beeinflussen. Voraussetzung für den Behandlungserfolg ist eine konsequente Tragezeit.
  • Zahnextraktionen: Bei der Behandlung eines Überbisses mit ausgeprägtem Platzmangel im Kiefer ist die Entfernung von Zähnen ein möglicher Behandlungsschritt. Durch das gezielte Entfernen einzelner Zähne wird Platz geschaffen, um die Frontzähne nach hinten zu verlagern und den Überbiss kieferorthopädisch auszugleichen.
  • Kieferchirurgische Behandlung: Bei schweren skelettalen Überbissen ist eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie erforderlich. Bei der Überbiss-Operation werden die Kiefer neu positioniert, meist in Verbindung mit einer Zahnkorrektur durch festsitzende Apparaturen.
  • Zahnkorrektur durch festsitzende Apparaturen.
    Abstellen von Habits: Im Kindesalter kann die Entwicklung eines Überbisses durch das Abstellen ungünstiger Gewohnheiten, wie beispielsweise Daumenlutschen oder die Verwendung eines Schnullers, verhindert werden.

Die Dauer der Korrektur eines Überbisses variiert.

Wie lange dauert es, einen Überbiss zu korrigieren?

Einen Überbiss zu korrigieren dauert im Durchschnitt zwischen 1 und 3 Jahren. Die Dauer der Korrektur variiert jedoch je nach Schweregrad des Überbisses, gewählter Behandlungsmethode und Alter des Patienten stark.

Bei Kindern und Jugendlichen wird bei der Korrektur das natürliche Kieferwachstum genutzt. In vielen Fällen ist bereits nach einem Jahr eine deutliche Verbesserung festzustellen.

Bei Erwachsenen ist die Behandlung zeitintensiver, da das Kieferwachstum abgeschlossen ist. Leichte bis mittelgradige Überbisse werden meist innerhalb von ein bis drei Jahren kieferorthopädisch korrigiert. Bei einem stark ausgeprägten skelettalen Überbiss ist oft eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie erforderlich, gefolgt von einer mehrjährigen Behandlung mit einer kieferorthopädischen Apparatur.

Ein dental bedingter Überbiss lässt sich meist schneller korrigieren als ein skelettal bedingter Überbiss, der auf einer Fehlstellung der Kiefer beruht. Die tatsächliche Behandlungsdauer wird individuell festgelegt und ist im persönlichen Beratungsgespräch mit dem behandelnden Kieferorthopäden zu besprechen.

Der richtige Zeitpunkt für die Korrektur eines Überbisses hängt von mehreren Faktoren ab.

In welchem Alter sollte man einen Überbiss korrigieren?

Ein Überbiss sollte so früh wie möglich korrigiert werden, da sich das Kieferwachstum im Kindesalter noch gezielt beeinflussen lässt. Der optimale Zeitpunkt für den Behandlungsbeginn bei einem Überbiss liegt zwischen dem 8. und 10. Lebensjahr.

Eine erste kieferorthopädische Einschätzung möglicher Zahn- und Kieferfehlstellungen ist im Vorschulalter sinnvoll. In ausgewählten Fällen, etwa bei stark ausgeprägten Überbissen und funktionellen Problemen, ist eine kieferorthopädische Behandlung ab dem 4. Lebensjahr möglich.

Ein Überbiss lässt sich grundsätzlich in jedem Lebensalter korrigieren. Auch im Erwachsenenalter stehen wirksame kieferorthopädische und gegebenenfalls chirurgische Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zwar lässt sich das natürliche Kieferwachstum bei Erwachsenen nicht mehr nutzen, dennoch lassen sich Zahn- und Kieferfehlstellungen funktionell und ästhetisch erfolgreich ausgleichen.

Was kostet es, einen Überbiss zu korrigieren?

Einen Überbiss zu korrigieren, kostet abhängig vom Befund, der gewählten Therapie und dem Alter des Patienten unterschiedlich viel. Bei Kindern bis zum 18. Lebensjahr übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten bei entsprechender KIG-Einstufung. Erwachsene tragen die Kosten in der Regel selbst.

Die Kosten einer kieferorthopädischen Überbissbehandlung bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, wenn der Befund den kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) 3 bis 5 entspricht. Die KIG dient der medizinischen Einstufung des Schweregrades von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Zusatzleistungen wie spezielle Materialien oder ästhetische Optionen sind für Kinder und Jugendliche privat zu tragen.

Bei Erwachsenen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten in der Regel nicht. Eine Ausnahme besteht bei schweren skelettalen Fehlstellungen, bei denen eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erforderlich ist.

In der kieferorthopädischen Praxis Adami & Uhse beraten wir Sie umfassend zu allen Fragen rund um Diagnostik, Behandlungsmöglichkeiten und Kosten bei einem Überbiss. Wir begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene fachlich fundiert und mit modernen, schonenden Therapiekonzepten. Unser erfahrenes Team informiert transparent und verständlich und erstellt auf Basis einer präzisen Diagnostik einen individuellen Behandlungsplan für Ihren Überbiss. Einen Termin können Sie telefonisch, per E-Mail oder über unsere Online-Terminvereinbarung vereinbaren.

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